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Einweihung des Kunstobjektes „No Limit“ von Rupert Fieger

Das Kunstband wird nun immer deutlicher sichtbar. Mit einem offiziellen Festakt wurde bereits das dritte Kunstobjekt der Öffentlichkeit übergeben, um das UNESCO-Welterbe Obergermanisch-Raetischer Limes in den Landkreisen Eichstätt und Kelheim sichtbar zu machen.

Bürger und Gäste wohnten der Einweihung der Skulptur „No Limit“ des Eichstätter Künstlers Rupert Fieger an der Altmühl-Brücke ebenso bei wie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Den katholischen Segen spendete der Kipfenberger Pfarrer Peter Mayrhofer. Mit einer würdevollen römischen Opferzeremonie wurden auch die Götter Roms gütig gestimmt. Patrizierinnen und Vestalinnen in feinen farbigen Gewändern und die Kipfenberger Römer in Rüstung sorgten für die passende Atmosphäre. In seinem fesselnden Festvortrag brachte Karl Heinz Rieder, Kreisheimatpfleger des Landkreises Eichstätt, seine starke Verbindung zur Geschichte des Limes in „Gedenken, Gedanken und Emotionen“ zum Ausdruck. „Wir brauchen Denkmäler dieser Art, um Emotionen für unsere Geschichte zu wecken.“ Auf die Bedeutung der Skulptur „No Limit“ – „keine Grenze“ – bezog sich Christian Wagner, Bürgermeister des Marktes Kipfenberg, in seiner Ansprache. „Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Grenzen fallen.“ Denn der Limes sei heutzutage keine Trennlinien mehr, sondern verbinde den Mark Kipfenberg mit den Nachbargemeinden Titting, Walting, Denkendorf, Kinding sowie Altmannstein und Neustadt an der Donau und trage zu regionalem Denken über Kommunalgrenzen bei. In diesem Sinne enthüllte Wagner Stele um Stele gemeinsam mit dem Künstler, der charmanten Limeskönigin Lisa Herberg sowie Landrat Anton Knapp, MdB Reinhard Brandl, Bezirksrat Reinhard Eichiner, Hubert Linseisen von der Leader-Förderstelle des AELF Ingolstadt und Lena Oginski von der Geschäftsstelle Altmühl-Jura.

Sieben Stelen aus Jurakalkstein markieren nun den historischen Limesverlauf entlang der Försterstraße. Der unterbrochene Rhythmus der drei Meter hohen Steinstelen lässt den Betrachter die einstige Längsausdehnung des Limes spüren. Die Durchlässigkeit lässt erahnen, dass es sich bei dem Grenzsystem der Römer um keinen hermetisch abgeriegelten Grenzwall handelte, sondern Übergänge und Durchlässe den Austausch von Waren und Beziehungen zuließen. Dieser daraus resultierende Kulturtransfer spiegelt sich in der heutigen Zeit u. a. in unserer Sprache wieder. Betrachtet man die Stelen aus der Nähe, so erkennt man Wortfelder aus dem Lateinischen: Bekannte Sprichworte, im Alltag verwendete Begriffe aus der Musik, der Architektur, der Politik und Kirche sind im Stein verewigt. Detailreich verweisen Reliefs z. B. auf Begriffe der Zoologie, immer auch mit einem lustigen Augenzwinkern, wie der „sculptor“ Fieger launisch die Hintergründe zu seinem Kunstwerk erläuterte. Weitere Wortfelder sind auch auf seiner Skulptur „No Limit“ in der Gemeinde Titting zu sehen, die im Ortsteil Petersbuch auf den Limes aufmerksam machen. Denn der Einfluss der Römer in unserer Sprache scheint tatsächlich „grenzenlos“ zu sein.

KUNSTamBANDamLIMES in Kipfenberg

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„No Limit“

Skulptur (2013): 7 Stelen, Relief in Jurakalkstein gearbeitet.

Die römische Präsenz im antiken Germanien ist auch heute noch zweifach zu spüren. Einerseits prägt der Limes, der die Grenze des einstigen römischen Imperiums markiert, das Landschaftsbild in der Region, andererseits ist der Einfluss der lateinischen Sprache im Deutschen deutlich erkennbar. Diesen Einfluss thematisiert das Kunstwerk „No Limit“ von Rupert Fieger aus Eichstätt.

Die weite Anordnung von Stelen aus Jurakalkstein markieren den Limes und lässt seine Längsausdehnung spüren. In den drei Meter hohen Steinstelen sind Zinnen als eingearbeitete Ausklinkungen vereinzelt eingearbeitet. Historische Bezüge zur römischen Antike ergeben sich durch Ort und das Weiterleben des Lateinischen in unserer Sprache. So sind auf den Steinflächen Wortfelder mit lateinischen Begriffen und Sprichwörtern (z. B. aus der Botanik, Kirche, Medizin oder Architektur) als Gravuren und fragmentarische Reliefs zu finden.

Die Visualisierung des Limes erfolgt so zuerst durch den weiten Blick, durch die rhythmische Anordnung in der Landschaft und schließlich durch den nahen Blick auf die eingearbeiteten Details der einzelnen Steine. Ergänzt werden kann das Projekt durch Aktionen wie beispielsweise Lesungen, an denen sich Interessierte beteiligen können. Somit verdeutlicht das Kunstwerk das römische Erbe in Landschaft, Sprache und Kultur über die Grenzen von Zeit und Ort hinweg – „No Limit“.

Der Standort

Kipfenberg ist der geographische Mittelpunkt Bayerns und zählt 5.500 Einwohner in 16 Ortsteilen. Das UNESCO Weltkulturerbe Obergermanisch-Raetischer Limes verläuft auf einer Strecke von ca. 11 Kilometern durch die Ortsteile Hirnstetten, Pfahldorf, Böhming und Kipfenberg, das zudem direkt an der Deutschen Limesstraße und der Via Raetica liegt.

Das Limesfest, das jedes Jahr Mitte August gefeiert wird, zeigt die tiefe Verbundenheit der Kipfenberger mit ihrem geschichtlichen Erbe. Ein im Jahr 1859 von König Max II. errichtetes steinernes Denkmal in der Ortsmitte von Kipfenberg ist zudem einer der vielen Beweise für die Bedeutung des Limes in Kipfenberg. Als weitere Visualisierung und Erlebbarmachung des Limes markieren die Jurasteinstelen des Kunstwerks „No Limit“ den Verlauf des antiken Grenzwalls in Kipfenberg. Der exponierte Standort lädt Besucher und Einheimische ein, das kulturelle Erbe und seinen Einfluss, der auch heute noch zu spüren ist, zu entdecken und erleben.

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Ihr Ansprechpartner: Sabine Lund

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