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KUNSTamBANDamLIMES am 23. Limes Congress 2015

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23. Limes Congress 2015 zu Gast in den LimesGemeinden

Am 23. int. Limes Congress 2015, der im September in Ingolstadt stattfand, haben insgesamt 420 Wissenschaftler aus der ganzen Welt teilgenommen. Dabei wechselten sich Exkursionstage mit Tagen für Fachvorträge ab.

Die LimesGemeinden und die Regionalmanagement-Initiative und LAG Altmühl-Jura waren auf dem Congress mit dem Projekt KUNSTamBANDamLIMES vertreten. Es wurden die realisierten Kunstobjekte als Modell präsentiert und im Rahmen der Postersession stellten die Bürgermeister das Projekt vor. Von Seiten der Wissenschaftler fand es viel Aufmerksamkeit und Lob!

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Zwei Exkursionen führten insgesamt über 200 Archäologen aus der ganzen Welt in die LimesGemeinden Titting, Denkendorf, Kipfenberg und Walting. Dort besichtigten Sie verschiedene, archäologisch bedeutende Limesstätten im Landkreis Eichstätt.

Eine Gruppe von etwa 45 Archäologen wanderte entlang des Limes quer Feld ein von Hirnstetten bis zum Limesturm in Erkertshofen. Tittings Bürgermeister Andreas Brigl begrüßte dort die Wissenschaftler und stellte die Gemeinde am Limes vor. Anschließend stärkten sich die Gäste bei einer Brotzeit und ließen sich das heimische Bier schmecken. Dr. Jürgen Obmann, Limeskoordinator im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege hatte diesen Limesabschnitt aufgrund seiner besonderen Topographie und der außergewöhnlichen Denkmalerhaltung ausgewählt.

Eine weitere Tour führte von Zandt über Böhming durch das Altmühltal nach Pfünz. „Auf dieser Route können die Congressteilnehmer die unterschiedlichen Ebenen der Zustände entdecken, in denen sich das Bodendenkmal Limes befindet“, sagte Landeskonservator und Vorsitzender der Deutschen Limeskommission, Prof. Sebastian C. Sebastian Sommer, der die Exkursion wissenschaftlich begleitete. In Zandt zeige sich, wie verletzlich der Limes sei. Wind und Wetter würden in kürzester Zeit Erosionen bewirken, die das offene Denkmal rasch zerstören würden.  An der jüngsten Grabungsstelle, im Wittelsbacher Forst, begrüßte Denkendorfs Bürgermeisterin Claudia Forster die mehr als 150 Wissenschaftler.

Den Limesturm in Zandt kann man immer noch sehr gut in der Landschaft erkennen, wie Prof. Michaela Conrad, Leiterin der Grabung in Zandt, den Archäologen vor Ort erklärte. Das UNESCO Welterbe Limes habe große Bedeutung für die Gemeinde Denkendorf, stelle sie aber bei Bauplanungen auch vor große Herausforderungen, wie Bürgermeisterin Claudia Forster erklärte.

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Nachdem sich der Nebel auch vom Kirchberg in Pfünz verzogen hatte, begrüßte Waltings Bürgermeister die Gäste am „goldenen Meilenstein“ und am Castra Vetoniana. Vor etwa 25 Jahren sei der Versuch unternommen worden, auf den Grundmauern die Kastelltore, Turm und Mauer zu rekonstruieren. Auch diese dreidimensionale Nachbildung helfe den Archäologen, sich ein Bild von einem Kastell am Obergermanisch-Raetischen Limes zu machen, sagte Sommer. Dieser wurde im Jahr 2005 zum UNESCO Welterbe ernannt. Die internationalen Gäste zeigten sich von den historischen Anlagen und der Landschaft beeindruckt und ließen sich die Erfrischungen, insbesondere das heimische Bier schmecken.

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Aktuelles

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„Großes Finale“ – Abschlussveranstaltung von KUNSTamBANDamLIMES

Gemeinsam den Obergermanisch-Raetischen Limes durch Kunstwerke sichtbar und erlebbar machen – das war das Hauptziel des Kooperationsprojektes KUNSTamBANDamLIMES, das in Altmannstein, Denkendorf, Kinding, Kipfenberg, Titting und Walting sowie Neustadt an der Donau realisiert wurde. Jetzt ist das Band geschlossen, zehn Jahre, nachdem der Limes zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Das Projekt fand nun im Rahmen eines Festaktes seinen feierlichen Abschluss.

Zahlreiche Gäste hatten sich im Bürger- und Kulturzentrum Krone in Kipfenberg zur feierlichen Abschlussveranstaltung von KUNSTamBANDamLIMES eingefunden. Der Tittinger Bürgermeister Andreas Brigl, Vorsitzender der LimesGemeinden, begrüßte alle Anwesenden herzlich und stellte die Bedeutung des Projektes für die Region heraus. Das Kunstband sei ein besonderes „Zeichen der interkommunalen Zusammenarbeit“, das auch in Zukunft zu gemeinsamem Handeln zwischen den Gemeinden ermuntern solle. Brigl schloss sein Grußwort mit einem lateinischen Zitat: „Vita brevis, ars longa.“

Dieter Ofenhitzer, Ministerialrat am Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, nannte KUNSTamBANDamLIMES ein für die ländliche Entwicklung bedeutsames Projekt, das die Fördervoraussetzungen des Freistaates Bayern und von Leader vorbildlich erfülle: Es sei innovativ, fördere kommunale Kooperation, sei unter Bürgerbeteiligung entstanden und sei nachhaltig und regional. Auch der Eichstätter Landrat Anton Knapp zeigte sich erfreut über den erfolgreichen Abschluss des Kunstbandes, das die Zusammengehörigkeit der teilnehmenden Gemeinden symbolisiere. Ähnlich positiv äußerte sich Prof. Gerd Aufmolk, Vorsitzender der Wettbewerbsjury von KUNSTamBANDamLIMES. Er blickte zurück auf die Entstehungsgeschichte und Durchführung des Projekts und betonte, dass die Verantwortlichen in den Gemeinden gemeinsames Handeln demonstriert haben. Die Realisierung des Kunstbandes sei somit beispielgebend und zukunftsweisend. In einem kurzen, aber prägnanten Fazit brachte er die Ergebnisse der fünfjährigen Arbeit am Projekt auf den Punkt: „Gut gemacht, der Aufwand hat sich gelohnt.“

Nach den Grußworten sprach der Landeskonservator Prof. Dr. C. Sebastian Sommer in seinem Festvortrag „LimesGemeinden, Raetischer Limes, Grenzen des Römischen Reiches und der Rest der Welt!“ über die Bedeutung des antiken Bodendenkmals für die Region. Über den Raetischen Limes sei – im Gegensatz zum obergermanischen Abschnitt – nur wenig bekannt. Um 160 n. Chr. erbaut, wurde die Grenze vermutlich um das Jahr 240 zwischen Burgsallach und Pfünz neu gezogen und 245 schließlich aufgegeben. Ob kriegerisch zerstört oder aus Mangel an Bedarf, sei laut Sommer offen. Die Frage nach dem Zweck des Schutzwalls lässt sich hingegen einfacher beantworten: Raetien mit seiner Verteilerfunktion für den Nachschub aus dem Alpenraum zum Niederrhein musste gesichert werden. Zudem gab der Limes den Bürgern des römischen Imperiums ein Gefühl von Sicherheit und zeigte, dass Rom sich um die Sicherheit der Grenzen kümmerte.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Multiinstrumentalisten Heinz Grobmeier. Im Anschluss an die Vorträge wurde die Ausstellung „Relicta“ des Eichstätter Bildhauers Rupert Fieger eröffnet, in der er Collagen und Zeichnungen zeigte, die aus dem Entstehungsprozess des Kunstobjektes „No Limit“ erwachsen sind.

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Das Projekt

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KUNSTamBANDamLIMES verbindet sieben Gemeinden.

Die Gemeinden Altmannstein, Denkendorf, Kinding, Kipfenberg, Neustadt/Donau, Titting und Walting verbindet das UNESCO Weltkulturerbe Obergermanisch-Raetischer Limes auf einer Strecke von 51 km.

Wie ein Band verbinden sieben Skulpturen von fünf Künstlern die LimesGemeinden Altmannstein, Denkendorf, Kinding, Kipfenberg, Titting und Walting sowie Neustadt an der Donau.

In den Kunstobjekten haben die Künstler in verschiedenen Materialien und Formen ihre Sichtweise zum UNESCO-Welterbe Obergermanisch-Raetischer Limes zum Ausdruck gebracht. An markanten Orten finden Bürger und Gäste die Kunstwerke, die auf das Denkmal und das damit verbundene kulturelle Erbe aufmerksam machen sollen. Denn in den Landkreisen Eichstätt und Kelheim sind Spuren des Limes nur noch als Bodendenkmal vorhanden und oft nur mit dem geschulten Auge sichtbar. Erleben und entdecken Sie nun auf diese besondere Weise jene Spuren der Römer in der Region.

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