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Im Herzen des Naturpark Altmühltal.

Unsere Region in Aktion - Energie. Klima. Zukunft.

Rückblick zu den Aktionen vom 22. April bis zum 29. Mai 2026

Im Rahmen des Klimamonats laden die Altmühl-Jura-Gemeinden Berching, Breitenbrunn, Dietfurt und Mindelstetten zu vielfältigen Veranstaltungen rund um die Themen Energie, Klima und Zukunft ein. Grundschulkinder bieten Stationen zum Mitmachen und Ausprobieren an. Auch große Zukunftsthemen wie Stromnetzbetreibung, Stadtbäume und Großspeicheranlagen kommen nicht zu kurz!

Hier finden sich kurze Rückblicke zu den Veranstaltungen, die bereits stattgefunden haben.

Bäume legen mit 80 Jahren erst richtig los! Besuche diese Ausstellung und erfahre, warum Bäume unsere Städte erst wirklich lebenswert machen. Aufmerksame Besucher können auch einen Rätselbogen ausfüllen und einen tollen Preis gewinnen!

Zu den Öffnungszeiten des Rathauses in Berching - Pettenkoferplatz 12, 92334 Berching - kann die Ausstellung noch bis 29. Mai 2026 besucht werden.

Ausstellung mit Gewinnspiel

Eine rundum tolle Führung bot Herr Martin Fischer, Betriebsleiter des Wirtschaftshofs Staudenhof des Klosters Plankstetten. Mit klaren Worten und witzigen Vergleichen ging es um den ab 1998 "auf der grünen Wiese" entstandenen Staudenhof, die dortige Viehhaltung mit Kühen und Schweinen, die Biogasanlage, PV-Anlage sowie grundsätzlich auch um Bodenschutz und aktuelle Planungen. Viele Sätze bleiben gut im Gedächtnis, u.a. "Pflanzengesundheit beginnt im Boden", eine "Biogasanlage ist nix anderes als ein Kuhmagen", "Bodyscore ist quasi der BMI der Kuh". 

Fazit des Betriebsleiters: "BIO kostet nicht den Ertrag, hat aber deutlich mehr Leben!"

Staudenhof - Wirtschaftshof des Klosters Plankstetten

Bei bestem Sonnenschein startete die Tour am Chinesenbrunnen, der überwiegende Teil der Besucher reiste aber selbst an.

Solarpark Oberbürg

Überwältigender Besucherandrang und eine großartige Vorbereitung der Gastgeber mit Kuchenbuffet und kalten Getränken führte zu Festcharakter der Veranstaltung.

Die Biogasanlage Graser, etwas außerhalb von Gimpertshausen gelegen, produziert Strom und Wärme und beliefert über ein eigens gebautes und mittlerweile bestens etabliertes Netz 27 Häuser. Betreiber Christian Graser führte mehrere Gruppen durch den Betrieb und stand für Fragen kompetent zur Verfügung. Sowohl regionale Reststoffe als auch Biomasse (in erster Linie Mais) werden regional angeliefert. Strom und Wärme entstehen also effizient und klimafreundlich, können außerdem bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden - davon haben sich die Besucher überzeugt! Für kleine Besucher gab es einen betreuten Basteltisch und kindgerechtes Infomaterial.

Biogasanlage Graser

Mit 30 Jahren Erfahrung im Holzbau öffnete Holzbau Bögerl seine Tore und Türen. Juniorchef Thomas Bögerl moderierte für mehrere Besuchergruppen eine sehr kurzweilige Präsentation, in der auch die auf Außenbaustellen gebundenen großen Arbeitsgeräte gezeigt werden konnten sowie viele interessante "Facts" - klimastarke Punkte sind z.B. die regionale Verbreitung der Baustellen (bei voller Auslastung der Arbeitskraft der ca. 50 Mitarbeiter) sowie das Thema "Digitale Baustelle". Im Nachgang konnten die Besucher das komplette Firmengelände mit Arbeits- und Lagerhallen besichtigen, und dabei selbst die CNC-gesteuerten Maschinen und modernsten Handwerkzeuge erleben.

Holzbau Bögerl zeigt`s

Thema des Abends war der Umgang mit Batteriespeichern. Stephan Leibl von Bayernwerk, dem größten Netzdienstleister in Bayern, stellte einige interessante Fakten vor. Seine Aussage "Die Dynamik der Energiewende ist ungebrochen" untermalte der Vergleich, dass im letzten Jahr so viel neu ans Netz genommen worden ist wie zwei Kernkraftwerke an Strom liefern könnten. Neben den gut sichtbaren Großanlagen gibt es nach derzeitigem Stand bereits 50.000 Heimspeicher in Bayern (durchschnittlich mit 10 kWh). Über das Pilotprojekt "Bidirektionales Laden (BDL)" wurde ebenso gesprochen wie über die drei Kategorien an Speichern: netzbelastend, netzneutral und netzdienlich.

Tipp für alle thematisch Interessierten: Diskussionsabend am 21. Mai 2026 um 19:00 Uhr im Gasthaus Bräu Toni, 92345 Dietfurt, Info und Anmeldung: 08464 640019

Energiewende mit Speicherlösungen

Am Samstagvormittag herrschte voller Einsatz bei den Schülerinnen und Schülern der Umweltschule Mindelstetten: zusammen gestalteten sie mit mehreren Liedern zum Thema Wasser, darunter auch dem "Musikalischen Wasserhahn", einen wunderbaren Auftakt für alle großen und kleinen Besucher in der Turnhalle. Dann ging es in die Klassenräume aller vier Klassen, in denen Einiges geboten war zum aktiven und auch passiven Mitmachen: Bastelstationen (u.a. Regenbogen-Papier und Marmorieren von Lesezeichen), Stationen zum Experimentieren (z.B. zur Wasserhaut oder zur Reinigung durch Filtration), Spiel-Stationen (z.B. zum Virtuellen Wasser) und es wurden natürlich auch generell Informationen rund ums Wasser präsentiert u.a. durch einen selbstgedrehten Film.

Wasser-Entdeckungsreise

Im Anschluss an die engagierte "Wasser-Entdeckungsreise" der Umweltschule Mindelstetten machten sich zwei Linienbusse voller großer und kleiner Besucher auf, um sich anzusehen, wo das saubere frische Trinkwasser herkommt (Wasser-Pumpstation Kohlmühle) und wo das "verbrauchte" Wasser wieder aufbereitet und gereinigt wird (Kläranlage). 

An der Kohlmühle begrüßten Altmannsteins Altbürgermeister Norbert Hummel, Dominik Lanzl vom Partnerverein "a  tip: tap!" sowie Stefan Fanderl vom Wasser-Zweckverband die Besucher. Mitarbeiter waren vor Ort und beantworteten in den Stationen alle Fragen. Einsehbar waren Brunnen Nr. 1 (in Schutzgebietszone 1, 30m tief), das Pumpenhaus sowie die Filteranlage, in der mit Aktivkohle die einzige Wasserbelastung Atrazin herausgefiltert wird. Hier in der Kohlmühle gibt es noch keine Engpässe, bisher hat sich glücklicherweise der Pegelstand immer selbst regeneriert, die grundsätzliche Arbeit besteht nur in drei Schritten: pumpen, filtern, leiten.

Einblicke in die Verbandskläranlage Pförring gewährte Klärwärter Matthias Artinger. Zur Größenordnung: geklärt werden rund 1.500 m3 pro Tag, also das Abwasser der 8.000 Menschen in der VG, die eigene PV-Anlage erzeugt mittlerweile etwa ein Drittel des benötigten Stroms selbst, es gibt 14 Pumpstationen mit 36 Pumpen. Gezeigt wurde vor Ort die Rechenstation (alles, was größer ist als 3cm, wird herausgeholt), die Halle mit Sandabscheidung und Fettabscheidung, sowie die Belebungsanlage. Zwei Sätze bleiben besonders in Erinnerung: "Eine gute Kläranlage setzt die natürliche Selbstreinigung des Wassers in großem Maßstab um" und der Appell "Lasst nur ins Abwasser, was reingehört"! 

Nachhaltiges Trinkwasser

Wie die Energiewende im Bestand gelingt

Energie wird immer gebraucht. Entscheidend ist, wie wir sie künftig erzeugen und nutzen. Die Energiewende im Bestand ist machbar und beginnt oft schon mit kleinen, praktischen Schritten.

Rund 50 Interessierte kamen nach Breitenbrunn zur Veranstaltung.Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Franz Waldmann, Maschinenbauingenieur und Energiereferent der BN-Kreisgruppe Regensburg. Anhand seines eigenen Wohnhauses aus den Jahren 1969/70 zeigte er praxisnah, wie die Energiewende auch im Gebäudebestand funktionieren kann. Pragmatisch, wirtschaftlich und ohne „High-Tech-Overkill“. Dabei wurde deutlich: Die Voraussetzungen jedes Hauses sind unterschiedlich und natürlich spielen wirtschaftliche Abwägungen eine Rolle. Dennoch lasse sich mit einigen gezielten Maßnahmen bereits viel erreichen.

Waldmann berichtete aus eigener Erfahrung über die Umstellung seines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung auf erneuerbare Energien. Besonders eindrücklich waren seine Aussagen zur Wärmepumpe: Selbst bei kalten Januartemperaturen habe sich gezeigt, dass das System zuverlässig funktioniere und es im Haus angenehm warm bleibe. Auch ältere Heizkörper seien dabei kein Ausschlusskriterium. Zwar brauche es etwas Zeit zur Optimierung, doch nach ein bis zwei Jahren laufe das System stabil und effizient.

Neben Photovoltaik und Wärmepumpe ging es auch um einfache Maßnahmen zur Energieeinsparung. So könne bereits die Dämmung von Rollladenkästen spürbar zur Wärmeisolierung beitragen. Sein klares Fazit an alle, die noch zögern: „Das überlegt man nicht – das macht man. Es lohnt sich.“ Besonders in Verbindung mit E-Auto oder Wärmepumpe werde die eigene PV-Anlage schnell sinnvoll und wirtschaftlich.

Auch der größere Zusammenhang der Energiewende wurde angesprochen. Franz Waldmann verwies auf die weiterhin große Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens. Häufig herrsche noch das Bild vor, die Energiewende sei zu kompliziert oder nur bei Neubauten möglich. Der Abend zeigte jedoch eindrucksvoll das Gegenteil.

Zum Weiterlesen empfahl Waldmann die Bücher Klima Bullshit Bingo, Männer, die die Welt verbrennen sowie Das fossile Imperium schlägt zurück.

Energiewende im Bestand

- abgesagt: aufgrund zu geringer Teilnehmerzahl hat diese Veranstaltung nicht stattgefunden - 

Wer wünscht sich spätestens in einem heißen Sommer in der Stadt nicht großkronige Bäume zur Beschattung? Kühlen Schatten zu "produzieren", das schaffen vor allem alte Bäume, die mit tieferen Schichten verbunden - weil dort verwurzelt - sind. Sie sorgen außerdem für Sauerstoff, und durch die Verdunstung von Wasser für gutes Kleinklima. Das sind nur einige Punkte, die Stadtbäume stoisch erfüllen. 

Auf der Exkursion mit dem BN-Baumschutzexperten und Baumkontrolleur Christopher Busch gab es viel Interessantes zu sehen und zu hören. Hier einige Beispiele: 

  • Rotdorn akzeptiert Formschnitt, hat aber gefüllte Blüten (ist also keine Bienenweide), 
  • bei Parkplatzbäumen gibt es die Gefahr des "Angefahren-werdens", 
  • Herr Hutter erzählte persönlich zu dem bekannten Birnen-Spalierbaum in der Stadtmitte, den es seit 1917 gibt und der jedes Jahr mehrere Waschkörbe voll an Ertrag bringt,
  • Diskussion über Baumteller, Kunststoffrand (Gefahr des Verschlämmens), 
  • die Linde verfolgt die Strategie der Leichtbauweise, Eichen sind Massivbauer,
  • Baumerhaltung ist auch bei Baumaßnahmen sogar Vorschrift (DIN 18920), beispielsweise durch Baumschutzzaun,
  • Baumtorso = "Hotspot der Artenvielfalt!"
  • Projektbeispiele: Bundesweites Projekt Nationalerbe Bäume, Baumpaten,
  • Mein-Baum-App

Herzlichen Dank an die Ortsgruppe des Bund Naturschutz für die Organisation der Veranstaltung.

Fazit: "Die großen alten Bäume können uns helfen", dafür braucht es aber breite Akzeptanz!

Exkursion Stadtbäume