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Regionalinitiative „Altmühltaler Weiderind“ – Potenzial vorhanden

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Ergebnisse der Potenzialstudie im Gebiet des Naturpark Altmühltal sind vielversprechend

(Eichstätt, 08.07.2019) Die im vergangenen Jahr beauftragte Potenzialermittlung zum Aufbau einer Regionalinitiative „Altmühltaler Weiderind“ ist abgeschlossen und kommt zu dem Ergebnis, dass in den Landkreisen des Naturpark Altmühltal eine ausreichende Anzahl von interessierten Landwirten und Handwerksmetzgereien für ein solches Vermarktungsprojekt vorhanden sind.

Dies stellte Projektleiter Dieter Popp (FUTOUR GmbH) den Vertretern der Landkreise Donau-Ries, Eichstätt, Kelheim, Neuburg-Schrobenhausen, Roth und Weißenburg-Gunzenhausen sowie Fachvertretern aus dem Naturschutz und der Leader-Förderung bei seiner Ergebnispräsentation vor. Das vorhandene Potenzial lässt sich sogar konkret in Zahlen ausdrücken: Für rund 2.000 Weidetiere stehen etwa 1.900 ha Weide- und etwa 1.800 ha Grundfutterflächen zur Verfügung, möglich wären Schlachtungen von bis zu 70 Weideochsen und 350 Weide-Färsen jährlich. Sollte die Regionalinitiative zur Umsetzung kommen, erwartet Popp sogar noch deutliche Zuwächse.

Doch das Projekt hat neben der Unterstützung von landwirtschaftlichen Betrieben und handwerklichen Verarbeitungsstätten in der Region vor allem auch einen naturschutzfachlichen Aspekt, wie der Vorsitzende des Naturpark Altmühltal e.V., der Eichstätter Landrat Anton Knapp, betont: „Mit diesem Projekt können wir nach dem Altmühltaler Lamm eine weitere Option eröffnen, um über eine nachhaltige Nutzung der Kulturlandschaft unsere naturschutzfachlichen Ziele zu erreichen. Während mit dem Altmühltaler Lamm seit über 20 Jahren eine Offenhaltung der landschaftlich attraktiven Wacholderheiden und Trockenrasen bereits erfolgreich betrieben wird, erwarten wir uns für die feuchten Tallagen und die angrenzenden Talhänge, die sich für eine Schafbeweidung nicht eignen, einen ähnlich positiven Effekt über die nachhaltige Rinderbeweidung.“ Es geht also bei diesem Beweidungsprojekt vorrangig um eine Maßnahme zur Gestaltung und Weiterentwicklung der Kulturlandschaft und damit um eine Kernkompetenz der Naturparke.

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vorne, v.l.: Landrat Peter v. d. Grün (Neuburg-Schrobenhausen), Landrat Anton Knapp (Eichstätt), Lena Deffner (LAG-Managerin Altmühl-Donau), Lena Oginski (LAG-Managerin Altmühl-Jura), Dieter Popp (FUTOUR GmbH), Agnes Stiglmaier (Leader-Koordinatorin vom AELF Ingolstadt)

hinten, v.l.: Christoph Würflein (Geschäftsführer Naturpark Altmühltal), Landrat Gerhard Wägemann (Weißenburg-Gunzenhausen), Klaus Amann (LAG-Manager Landkreis Kelheim), Landrat Martin Neumeyer (Kelheim), Roland Scholz (Untere Naturschutzbehörde Donau-Ries), Thomas Pichl (Wirtschaftsförderer Roth), Uwe Sachser (Untere Naturschutzbehörde Eichstätt)

Foto: Boretzki/Naturpark Altmühltal

In einer jetzt anstehenden zweiten Projektphase, die ebenfalls als Kooperationsprojekt der Lokalen Aktionsgruppen im Gebiet des Naturpark Altmühltal über das EU-Programm LEADER zur Förderung eingereicht wird, sollen nun die weiteren Schritte hin zu einer Regionalmarke „Altmühltaler Weiderind“ erarbeitet werden. Hierzu zählen unter anderem die Festlegung von Produktions- und Verarbeitungsrichtlinien, die Einführung eines Kontrollsystems, die Erarbeitung einer funktionsfähigen Logistikkette, die Ausarbeitung eines Marken- und Lizenzsystems inklusive Vorbereitung entsprechender Vertragsvorlagen und die Klärung patentrechtlicher Grundlagen. Ein wichtiger Bestandteil dieser zweiten Projektphase wird auch die Klärung von tierwohlorientierten Schlachtmöglichkeiten sein. Auf dieses Thema soll nach dem Wunsch der in der ersten Phase eingebundenen Landwirte und Metzger ein besonderes Augenmerk gelegt werden. Auch der Freistaat Bayern setzt sich aktuell mit besonderem Nachdruck für eine Einschränkung von Lebendtier-Transporten ein, die mit den Anforderungen an EU-Standards für das Tierwohl nicht vereinbar sind. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Schlachten im gewohnten Lebensumfeld der Tiere eine immer größere Bedeutung und vor allem eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz.

Nachdem sich die Vertreter der Landkreise im Naturpark Altmühltal einhellig für ein von Landwirten und Metzgern einvernehmlich getragenes Vermarktungs- und Vertriebssystem auf der Basis transparenter Qualitätskriterien ausgesprochen haben und von dessen Erfolg überzeugt sind, soll in den kommenden Wochen nun ein entsprechender Leader-Antrag vorbereitet werden.

Klimaladen – Eine Ausstellung zum klimabewussten, nachhaltigen Konsum

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Bewilligungsbescheid überreicht

An dem Kooperationsprojekt sind die Landkreise Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen, Eichstätt und die Stadt Ingolstadt ebenso beteiligt wie die Städte Ingolstadt, Neuburg und Schrobenhausen und die Regionalinitiativen Region 10 und Altmühl-Jura.

Vertreter der LAGs und Projektpartner trafen sich beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt zur offiziellen Bescheidübergabe: Thomas Schneider (Umweltreferat Stadt Ingolstadt), Tanja Jenter (Klimaschutzbeauftragte der Stadt Schrobenhausen), Lena Oginski (LAG-Managerin Altmühl-Jura), Gesine Stutz (LAG-Managerin Altbayerisches Donaumoos), Leader-Koordinatorin Agnes Stiglmaier (AELF Ingolstadt), Lena Deffner (LAG-Managerin Altmühl-Donau), Projektleiterin Doris Rottler (Landratsamt Pfaffenhofen), Carmen Glaser (LAG-Managerin Landkreis Pfaffenhofen) (v.l.; Foto: AELF IN).

„Der Klimaladen ist ein Projekt zur Sensibilisierung für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Durch LEADER haben wir den Impuls bekommen auf verschiedene Projektpartner zuzugehen, um gemeinsam das Projekt umzusetzen. Uns freut es ganz besonders, dass diverse Akteure aus den Landkreisen Pfaffenhofen, Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und der Stadt Ingolstadt beim Klimaladen an einem Strang ziehen“, so Doris Rottler, Klimaschutzmanagerin des Landkreis Pfaffenhofen.

Projektinfos:

Projektträger: Landkreis Pfaffenhofen

Status: bewilligt / in Umsetzung

Kooperationsprojekt; beteiligte LAGen: LAG Landkreis Pfaffenhofen (Federführung), LAG Alt Altmühl-Donau, LAG Altbayerisches Donaumoos

Gesamtkosten / Förderung: 46.332,65€ / 6.140,65€ (Anteil Altmühl-Jura)

Als interaktive Wanderausstellung konzipiert und inhaltlich auf die Region 10 zugeschnitten, wird es im „Klimaladen“ zwei Hauptbereiche geben: Im "Laden" können die Besucher fiktiv alltägliche Gegenstände einkaufen. In der Auswertungsabteilung erhalten sie hernach Informationen zu klimarelevanten, ökologischen und sozialen Hintergründen, welche direkt mit dem gerade getätigten „Kauf“ zusammenhängen. Zu den Themenbereichen zählen Lebensmittel, Energie, Mode, Papier- und Schreibwaren, Abfall oder auch Handys. Der Besucher des Klimaladens weiß dann anschließend wieviel CO2-Ausstoß, Energie- und Wasserverbrauch das Netz Orangen und die Jeans mit sich bringen, welche Optionen möglicherweise klimafreundlicher wären und welche ökologischen und sozialen Folgen sein Einkauf mit sich bringt.
Zielgruppen sind zunächst Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis neun, mit der Option, die Ausstellung didaktisch auf weitere Jahrgangsstufen auszuweiten.

Ziel der Ausstellung ist es, den Schutz des Klimas und der Umwelt sowie nachhaltige Produktionsbedingungen durch eigenes, verantwortungsbewusstes Handeln zu unterstützen und der Frage nachzugehen „Was hat mein Konsum mit dem Klima zu tun?“. Der Klimaladen will über Hintergründe von Produkten aufklären und Beispiele für klimafreundliches Konsumieren vor Augen führen.

Infoveranstaltung zu kommunalen innerörtlichen Blühflächen

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LEADER-Kooperationsprojekt in Planung

Bürgermeister, Bauhofmitarbeiter und Verwaltungspersonal – 50 Teilnehmer aus 25 Gemeinden kamen am 13. Februar 2019 im Dienstleistungszentrum des Landkreises Eichstätt in Lenting zusammen. Sie waren der Einladung des Naturpark Altmühltal gefolgt, um sich über das geplante LEADER-Kooperationsprojekt „Kommunale innerörtliche Blühflächen“ zu informieren.

Von Harburg bis Altmannstein, von Thalmässing bis Rennertshofen sollen künftig kommunale innerörtliche Grünflächen in artenreiche Blühflächen umgewandelt werden, um wertvolle Lebensräume für die bedrohte Insektenwelt zu schaffen. Im Fokus des Projekts steht die praktische Schulung der kommunalen Bauhöfe nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ auf Basis einer fachlich fundierten, theoretischen Vermittlung.

Naturpark-Geschäftsführer Christoph Würflein und Christa Boretzki, Landschaftsplanerin und zuständige Projektbearbeiterin beim Naturpark, betonten, dass das Projekt als Ergänzung zu bereits bestehenden Initiativen und Maßnahmen zu verstehen sei. Der Schwerpunkt liege auf den Innerortsflächen. Den Bauhöfen solle das Know-How vermittelt werden, in Eigenregie weitere Blühflächen anzulegen und dauerhaft zu pflegen. Dies könne außerorts in einem weiteren Schritt u. a. auch über die Förderprogramme der Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie (LNPR) gefördert werden.

Begleitet werden sollen die Schulungen durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, um die Bevölkerung für die immer deutlichere Bedrohung der Lebensräume der heimischen Tierwelt zu sensibilisieren. Mit dem Projekt erhalten die Kommunen eine direkte fachliche Betreuung einerseits sowie einen konstruktiven interkommunalen Austausch andererseits. Dadurch soll die Nachhaltigkeit für eine langfristige Etablierung von kommunalen Blühflächen gewährleistet werden. Das Projekt dürfte auch nicht zuletzt wegen der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes, das ab 2020 die Verwendung von gebietsheimischem Saatgut auf öffentlichen Flächen vorschreibt, von großer Relevanz für die Kommunen sein.

Die Idee im kommunalen Bereich zum Thema Blühflächen aktiv zu werden, gibt es schon länger. Bereits vor eineinhalb Jahren wurden erste Gespräche mit dem Naturpark, dem Landschaftspflegeverband Eichstätt, der Universität Eichstätt, Kommunen und weiteren Partnern zu einem möglichen übergeordneten Projekt geführt. Mit einer Tagung des Bayerischen Gemeindetags des Kreisverbands Eichstätt im vergangenen Jahr nahm das Thema schließlich Fahrt auf. Die Lokalen Aktionsgruppen (LAG) Altmühl-Donau und Altmühl-Jura waren maßgeblich an der weiteren Entwicklung des Projekts beteiligt.

Bis 20. März können interessierte Kommunen, die vom Naturpark angeschrieben wurden, eine durch Gemeinderatsbeschluss bestätigte Absichtserklärung abgeben. Der Projektstart ist – nach Abwicklung der Antragstellung – für September geplant. Bei Fragen steht Christa Boretzki unter 08421 9876-42 zur Verfügung (Montag bis Mittwoch jeweils von 8 bis 16 Uhr).

Ansprechpartner

Altmühl-JuraAm Ludwigskanal 2
92339 Beilngries
Tel.: 08461/606355-0
Fax: 08461/606355-10
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