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Im Herzen des Naturpark Altmühltal.

Heimat, Kultur, Geschichte

Vortragsreihe 2018: "Limes, Forschungsgeschichte und aktuelle Grabungen"

Vortrag 1: "Forschungsgeschichte am Kipfenberger Limes" & „Zerbröselte Steine und verbranntes Holz“

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11. Oktober 2018    19:00 Uhr    Römer und Bajuwaren Museum Kipfenberg

Dr. Karl Heinz Rieder (Kreisheimatpfleger Eichstätt) berichtet zunächst über die „Forschungsgeschichte am Kipfenberger Limes“. Unter dem Titel: „Zerbröselte Steine und verbranntes Holz“ gewährte anschließend Andreas A. Schaflitzl M.A. (Beauftragter für die aktuelle Grabung zur Kipfenberger Palisadenrekonstruktion) Einblicke in neue Grabungen und Forschungen am Limes.

„Was man in der Erde so alles riechen kann“

Als ein voller Erfolg kann der erste Vortrag in der Vortragsreihe: „Limes, Forschungsgeschichte und aktuelle Grabungen“ am 11.Oktober in Kipfenberg im Römer und Bajuwaren Museum Burg Kipfenberg verbucht werden. Die beiden Referenten, Kreisheimatpfleger Dr. Rieder und der Archäologe Schaflitzel gaben den rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern spannende und eindrucksvolle Einblicke sowohl über die Forschungsgeschichte als auch über jüngste Forschungsergebnisse zum Weltkulturerbe LIMES direkt vor Ort aus Kipfenberg.

Nach einer kurzen Begrüßung seitens des Regionalmanagements von Altmühl-Jura durch die Regionalmanagerin Kathrin Peter nahm Dr. Rieder, Kreisheimatpfleger des Landkreises Eichstätt, die Teilnehmer/innen mit in die Zeit der Grabungen am rätischen LIMES durch Ignaz Pickel und die ersten exakten Aufzeichnungen die durch ihn entstanden sind und spannte einen Bogen bis in die heutige Zeit und die jüngsten Grabungen in Kipfenberg.   

Für diese Grabungen zur Kipfenberger Palisadenrekonstruktion (die am Wochenende eingeweiht wurde) ist derzeit der Archäologe Andreas Schaflitzl beauftragt, der in seinem hoch spannenden Vortrag „Zerbröselte Steine und verbranntes Holz“ von seinen jüngsten Erkenntnissen, was den Zweck, die Funktion, die Bauweise und Material sowie den Verfall des LIMES angeht, berichtete und anhand eindrucksvoller Fotographien und Graphiken visualisierte.

Vortrag 2: „Die römische Armee am Limes“

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17. Oktober 2018    19:00 Uhr    Marktmuseum Altmannstein

Nach einem kurzen Auftakt und Rundgang im Marktmuseum referierte anschließend im Bürgersaal des Rathauses Prof. Dr. Thomas Fischer (Archäologie der römischen Provinzen) schwerpunktmäßig über „Die römische Armee am Limes“.

Auch die zweite Veranstaltung der Vortragsreihe des Regionalmanagements von Altmühl-Jura „Limes, Forschungsgeschichte und aktuelle Grabungen“, die in Kooperation mit dem Römer und Bajuwaren Museum Burg Kipfenberg organisiert wird, war eine erfolgreiche und sehr gelungene Veranstaltung. Der Auftakt der Veranstaltung fand im Marktmuseum des Marktes Altmannstein statt, im Rahmen dessen Herr Heining (ehemaliger Rektor der Ignaz-Günther Grund- und Mittelschule Altmannstein) den Teilnehmer/innen die dort ausgestellten römischen Exponate präsentierte. Im Anschluss daran begrüßten der 1. Bürgermeister des Marktes Altmannstein Norbert Hummel und die Regionalmanagerin Kathrin Peter die über 30 Teilnehmer/innen im schönen Bürgersaal des Marktes. Darauf folgend zeigte der provinzialrömische Archäologe Prof. Dr. Thomas Fischer auf eindrucksvolle Weise mit zahlreichen Illustrationen wie die römische Armee am Limes lebte, welche Aufgaben und Funktionen sie inne hatte, wie sie gekleidet und bewaffnet war und wie es den Forschern heute möglich ist, anhand von schriftlichen Überlieferungen, Bildquellen und vor allem archäologischen Originalfunden dies nachzuvollziehen. So schloss sich der Vortrag von Prof. Dr. Fischer thematisch perfekt an den 1. Vortrag (11.10 Burg Kipfenberg) von dem Archäologen Schaflitzl an, der seinerseits über die Funktion und Bauweise des Limes selbst referierte.

Vortrag 3: "Mammuts im Altmühltal"

04. November 2018    19:00 Uhr    Alcmona, Am Kanal

Am 04. November 2018 referierte Dr. Karl Heinz Rieder anlässlich des Fundes zweier Mammutstoßzähne in Dietfurt an der Altmühl bei Alcmona in einem spannenden und reich illustrierten Vortrag im beheizten Langhaus, bei warmen Getränken über das Leben von Mensch und Tier zur damaligen Zeit referieren. 

In einem reich bebilderten Vortag entführte Dr. Karl Heinz Rieder (Kreisheimatpfleger Eichstätt) knapp 50 Besucher mit seiner breiten Expertise in die Zeit der Mammuts. In hervorragender Weise hat er den Bogen gespannt, von den Mammutfunden in der Region, die schon im 18. Jahrhundert und vor allem 1910 in Buchenhüll verzeichnet wurden, bis hin zu den aktuellen Funden der Stoßzähne in Kiesgruben im Dietfurter Talraum. Die beiden restaurierten Mammutstoßzähne sowie zwei Backenzähne aus dem Dietfurter Museum Hollerhaus, die Bürgermeisterin Carolin Braun zur Begutachtung mitgebracht hat, und die hervorragende Bewirtung der Alcmona rundeten die Veranstaltung ab.

Vortrag 4: „Die Teufelsmauer: Die Geschichte seiner Erforschung zwischen Altmühl und der Donau“

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20. November 2018    19:00 Uhr    Gasthof zur Krone Denkendorf

Herrn Dr. Karl Heinz Rieder (Kreisheimatpfleger Eichstätt) konnten wir für die dritte Veranstaltung gewinnen. Er referierte über: „Die Teufelsmauer: Die Geschichte seiner Erforschung zwischen Altmühl und der Donau“.

Am 20.11. fand die letzte Veranstaltung der diesjährigen Vortragsreihe im Projekt Heimat Kultur Geschichte des Regionalmanagements von Altmühl-Jura in Denkendorf, im Herzen des Naturparks Altmühltal statt. In seinem Vortrag „Die Teufelsmauer. Die Geschichte ihrer Erforschung zwischen Altmühl und Donau“ zeigte Dr. Karl Heinz Rieder in eindrucksvoller Weise, die Geschichte der „Forschungsmänner“ sowie die Entwicklung der Wort- und Begriffswelt rund um die Teufelsmauer – den Limes – in unserer Region auf.

Vortragsreihe 2017: "Die Zeit der Völkerwanderung"

Exkursion: Burgruine Brunneck

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„Es erfüllt einen mit Freude durch eine so geschichtsträchtige Heimat wandern zu dürfen“ (Kreisheimatpfleger Dr. Karl Heinz Rieder)

An einem der letzten wunderschönen sonnigen Herbsttage fanden sich auf Einladung des Regionalmanagements von Altmühl-Jura am Blaubrunnen bei Altdorf (Titting) am 19. Oktober über 30 heimat- und kulturbegeisterte Altmühl-Jura Bürgerinnen und Bürger ein, um zusammen mit dem Kreisheimatpfleger des Landkreises Eichstätt – Dr. Karl Heinz Rieder – in die kulturhistorisch so spannende Vergangenheit unserer Heimat einzutauchen.

Die Auswahl des Treffpunktes am bekannten Naturdenkmal Blaubrunnen unterhalb der Burg kommt dabei nicht von ungefähr und ist eng verknüpft mit der Entstehungsgeschichte der Burg. Denn frühe Siedlungen entstanden immer dort wo es klares frisches Wasser gab, die Lebensgrundlage der Menschen auf der Burg, erklärte Dr. Rieder. Schon der Name der Burg [Brunn]eck (mit Bezug auf den Blaubrunnen) Brunn[eck] (als frühere Bezeichnung von Burgen) lässt auf die hohe Bedeutung des Wassers schließen.

Nach einer kurzen Wanderung durch immerhin 2 bis 2,5 Mio. Jahre geologischer Erdzeitgeschichte – die Gesteinsschichten vom Ausgangspunkt bis zur Burg betrachtend - standen die Exkursionsteilnehmer vor der im Jahr 2017 nach aufwendiger Sanierung wieder erlebbar und begehbar gemachten Burgruine. Neben baulichen Besonderheiten der Burg, so hat die Burg aus dem 14. Jhd. beispielsweise keinen Turm, wie dies für Burgen aus dem 12. Jhd. dagegen sehr typisch war, sondern anstelle des Turms eine gewaltige Schildmauer, zeigte der Kreisheimatpfleger spannende Aspekte der Entwicklung und Beziehungen der Herrschafts- und Besitzverhältnisse seit dem Bestehen der Burg auf.  

Die Exkursion ausklingen lassend kehrten die Exkursionsteilnehmer anschließend im Gasthof der Familie Bösl „Zur Post“ in Titting ein, um sich über die gewonnenen Erkenntnisse auszutauschen.

Vortrag 1: „Das dunkle 5. Jahrhundert – die Anfänge der Besiedlung von Großhöbing und des Großraums Greding“

Am 8. November fand im Rahmen der durch das Regionalmanagement von Altmühl-Jura organisierten Vortragsreihe „Die Zeit der Völkerwanderung“ der erste Vortrag im Archäologischen Museum in Greding statt.

Dr. Karl Heinz Rieder, Kreisheimatpfleger des Landkreises Eichstätt, nahm die gut 60 interessierten Altmühl-Jura Bürgerinnen und Bürger mit auf eine Zeitreise in „Das dunkle 5. Jahrhundert – die Anfänge der Besiedelung von Großhöbing und des Großraums Greding“. Nach der herzlichen Begrüßung des Geschäftsführers Manfred Preischl, führte Dr. Rieder den Teilnehmer/innen vor Augen, dass das bestehende Fachwissen zu hinterfragen ist. In dem Sinne, dass das Leben, das hinter den verschiedensten Funden aus der Vergangenheit steht, zu beleuchten ist, um auf dieser Grundlage reflektieren zu können, wie die Entwicklung der Menschen von damals bis heute abgelaufen ist. Und dies ist „nicht in schriftlichen Archiven zu finden, sondern nur in der Erde“ so Dr. Rieder. Anhand der Art der Herstellung, der Form und Beschaffenheit ausgewählter Grabbeigaben unter anderem aus Gräbern bei Großhöbing machte er vor diesem Hintergrund deutlich, was sich nach der Zeit der Römer bei uns in der Region abgespielt hat und welche Einflüsse auf die Menschen von damals aufgrund von Wanderungsbewegungen gewirkt haben.

Vortrag 2: „Fremde Frauen in der Völkerwanderungszeit?“

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Am 15.11.17 fand der zweite Vortrag der dreiteiligen Veranstaltungsreihe „Die Zeit der Völkerwanderung“ statt. Hierzu konnte Frau Dr. Haas-Gebhard von der Archäologischen Staatssammlung München als Referentin gewonnen werden.

Im Rahmen ihres Vortrags im Kulturhaus Schranne in Berching, stellte sie den interessierten Teilnehmer/innen erstmals Ergebnisse eines aktuellen Forschungsprojektes unter dem Titel „Fremde Frauen in der Völkerwanderungszeit?“ vor, welches durch die VW-Stiftung finanziert wird. Das Thema ist insbesondere deshalb so spannend, da Frauen zur Zeit der Völkerwanderung im traditionellen Geschichtsbild weniger präsent sind als Männer und als eher sesshaft gesehen werden. Die von Dr. Haas-Gebhard präsentierten Forschungsergebnisse von insgesamt bereits 50 analysierten Gräbern zeigen allerdings ein ganz anderes und unerwartetes Bild auf. So macht die Analyse der Gräber, der Skelette sowie der spezifischen Grabbeigaben deutlich, dass gerade auch Frauen über weite Distanzen mobil waren und so unter anderem nach Bayern gelangten.

Vortrag 3: „Die Anfänge der Bajuwaren – aktueller Forschungsstand aus archäologischer Sicht“

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Am 22.11. fand der letzte Vortrag im Römer und Bajuwaren Museum auf der Burg Kipfenberg statt. Nach den einleitenden Worten durch Herrn Dr. Karl Heinz Rieder, folgte der hoch interessante Vortrag des Referenten Dr. Hubert Fehr vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Herr Dr. Hubert Fehr nahm die Altmühl-Jura Bürgerinnen und Bürger mit in die Zeit der Anfänge der Bajuwaren und zeigte den aktuellen Forschungsstand aus archäologischer Sicht auf. „Im Hinblick darauf, wie die Anfänge der Bajuwaren zu erklären sind, gibt es keinen Konsens“ so Dr. Fehr. Im Laufe der Zeit entwickelten die Wissenschaftlicher ganz unterschiedliche Modelle zur Erklärung der Herkunft der Bajuwaren. Einige Wissenschaftler beziehen sich dabei auf eine archäologische Fundgruppe in Form von Keramik des Typs „Friedenhaim-Přešťovice“, die in Südböhmen ihren Ursprung hat und im Grab des Kriegers von Kemathen (eindrucksvoll inszeniertes Exponat im Römer und Bajuwaren Museum) gefunden wurde. Ein Indiz für manche Archäologen, dass die Herkunft der Bajuwaren in Böhmen liegen müsse. Daneben gibt es wiederum Modelle, die sich auf die Etymologie des Begriffs Bajuwaren beziehen und wieder andere auf die Ethnogenese. Für all diese Modelle, die sich im Laufe der wissenschaftlichen Diskussion entwickelt haben, gibt es sowohl Argumente die dafür doch gleichwohl dagegensprechen. Dies ist auch der Grund dafür, dass es kein Modell gibt, das allgemein akzeptiert wird, erklärt Dr. Fehr. Doch hierin bestehe gerade eine Chance, die sich den Archäologen eröffnet, da hierdurch neue und andere unerwartete Dinge erkannt werden können.

Exkursion: Kleinode rund um Dietfurt

Zahlreiche künstlerisch wertvolle Kleinoden, die oft abseits und im Verborgenen blühen, gehören zu unserer Kulturlandschaft. Einige davon zu zeigen, war das Ziel der Exkursion, zu der die Stadt Dietfurt und die Regionalmanagement-Initiative Altmühl-Jura im August eingeladen hatten.

Per Bus und Auto steuerten etwa sechzig Teilnehmer ausgewählte Flurdenkmäler an, die der Dietfurter Heimatpfleger Franz Kerschensteiner und Organisator Hans Dietz ausgesucht hatten. Er erzählte unterhaltsame Details und geschichtliche Fakten zu Kapellen, Marterl und Kreuzen. Zum anschließenden Erfahrungsaustausch trafen sich die Teilnehmer im Gasthof „Zur Post“ in Dietfurt. Bürgermeisterin Carolin Braun bedankte sich herzlich bei dem ausgesprochenen Experten Franz Kerscheinsteiner und den Organisatoren.

Die hohe Teilnehmerzahl an der Exkursion hat wieder einmal gezeigt, dass das Interesse an den Kulturdenkmälern in der Region sehr groß ist. Bereits im Frühjahr kommenden Jahres werden weitere Exkursionen zu spannenden Themen rund um die Geschichte der Kleindenkmäler in den Altmühl-Jura Gemeinden folgen. Diese werden rechtzeitig auf der Homepage von Altmühl-Jura angekündigt.

Vortragsreihe 2016: "Das UNESCO Weltkulturerbe LIMES"

Im Rahmen des Projektes „Identitätsoffensive Altmühl-Jura“ des Regionalmanagements von Altmühl-Jura steht die Heimatgeschichte der Region im Mittelpunkt verschiedener Aktivitäten. Gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) in München lädt die Regionalmanagement-Initiative Altmühl-Jura zu einer außergewöhnlichen Vortragsreihe zum Weltkulturerbe Obergermanisch-Raetischer Limes in unserer Region ein.

Die Referenten, die eine hohe Expertise in der Forschung zum größten Bodendenkmal in Europa aufweisen, werden in drei Vorträgen und einer Exkursion über aktuelle Erkenntnisse zum Leben der Menschen vor und hinter dem Limes erzählen.

Vortragsreihe zum UNESCO Welterbe Obergermanisch-Raetischer Limes

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Die Vortragsreihe umfasst drei Vorträge an drei verschiedenen Orten entlang des Limes im Altmühl-Jura. Diese finden statt am 10., 15. und 23. November 2016 jeweils um 18:30 Uhr. Dazu sind interessierte Bürger und Gäste herzlich eingeladen. 

1. Vortrag:  10. November 2016    18:30 Uhr    Burg Kipfenberg

Referent ist Dr. Markus Gschwind, BLfD, Koordinator Archäologische Welterbestätten

Der Titel seines Vortrags lautet: Nur 550 km. Der Obergermanisch-Raetische Limes und die Grenzsicherung des Römischen Reiches.

2. Vortrag15. November 2016    18:30 Uhr    Landgasthof „Zum Alten Wirt“

Referent: Prof. Dr. Wolfgang Czysz, Universität Innsbruck, Hauptkonservator i. R.

Titel: Brot, Bier und Käse für die Soldaten. Leben und Arbeiten in den Dörfern und Gutshöfen des Limeshinterlands.

3. Vortrag: 23. November 2016    18:30 Uhr    Schloßkapelle von Schloß Sandersdorf

Referent: Dr. Bernd Steidl, stellv. Direktor der Archäologischen Staatssammlung, München

Titel: Jenseits des „Zauns“. Die Germanen im Vorfeld des Limes.

Exkursion: Entlang der Grenze des Römischen Reiches

Dichter Nebel lag am Morgen auf Pfahldorf, dem Ort, dessen Namen eng mit dem Weltkulturerbe Limes verbunden ist. Hier traf sich ein Netzwerk aus mehr als 40 interessierten Bürgern, Heimatpflegern und Gästeführern aus den zwölf Altmühl-Jura Gemeinden. Weiterhin waren Vertreter der Kommunalpolitik, der Bayerischen Staatsforsten, Leiter der regionalen Museen aus den beiden Landkreisen Eichstätt und Roth sowie der Kreisheimatpfleger Karl Heinz Rieder und Eva Schultheiß anwesend.

Sie alle kamen, um mit Landeskonservator Prof. Dr. C. Sebastian Sommer vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BlfD), den Limes hautnah zu erleben. Prof. Sommer hatte für die Exkursion den Abschnitt von Pfahldorf Richtung Kipfenberg bis zum ehemaligen Kastell in Böhming ausgewählt. Rita Böhm dankte im Namen der Regionalmanagementinitiative von Altmühl-Jura und als stellvertretende Vorsitzende der LimesGemeinden Prof. Sommer und dem neuen Limeskoordinator, Dr. Markus Gschwind, dass diese, neue Erkenntnisse über das UNESCO Welterbe vor „unserer Haustür“ aus erster Hand weitergeben. Als die große Gruppe „per pedes“, wie die Römer, losmarschierte und in das Dickicht des Waldes eintauchte, lichtete sich langsam der Nebel. Trittfestigkeit war auf der Strecke gefragt, denn es ging im Gänsemarsch über Stock und Stein. „Stolpern sie nicht über die Grenzsteine“ warnte Sommer und wies ortskundig gezielt auf Besonderheiten hin. Sicher führte er auf und neben dem Limes von einer Turmstelle zur nächsten. Vielerorts sorgen Waldbesitzer dafür, dass der Wald den Limes nicht überwuchert, berichtete Prof. Sommer. Josef Schmaus, Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten Kipfenberg ergänzte, dass auch ehrenamtliche Helfer im Rahmen des BergwaldProjektes im Bereich der Staatsforsten den Limes von Baum- und Strauchbewuchs freigeschnitten hätten. Davon profitierten die Teilnehmer der Exkursion und auch das Denkmal. Der Hochwald könne sich seitlich weiterentwickeln, ohne das Bodendenkmal zu zerstören, erklärte Sommer und dankte für die gute Zusammenarbeit zwischen Forst und Limeskoordinator, die auch in Zukunft fortgeführt werden soll. Auch die Römer hätten mit dem rasanten Wachstum von Bäumen und Büschen in diesem Bereich gekämpft. Wahrscheinlich sei nicht die goldene Sichel des Miraculix zum Einsatz gekommen, sondern eher Ziegen und Schafe, die den Bewuchs in Grenzen hielten. „Denn das, was das Leben am Limes ausmachte, waren eben die Menschen, die getrauert, geliebt und gearbeitet haben und auch bequem gewesen waren“, erklärte Sommer leidenschaftlich. Der Nebel hatte sich inzwischen verzogen und gab den Blick frei ins Tal hinunter nach Böhming, wo sich eben jene Menschen aufhielten, die damit die nördliche Grenze des römischen Reiches für die Bürger der Stadt Rom sicherten. Im ehemaligen Kastell steht noch heute die auf romanischen Fundamenten ruhende Kirche St. Johannes der Täufer, über die Kreisheimatpfleger Karl Heinz Rieder die Teilnehmer informierte. Das Böhminger Kastell ist mein Lieblingsplatz am Limes bekannte sich der Landeskonservator Prof. Sommer abschließend und blickte das Altmühltal hinab, das sich an diesem Herbsttag von seiner besten Seite zeigte. „Hier bekommen Sie faszinierende Geschichte und herrliche Landschaft in einem!“ Dem konnte sich die Gruppe begeistert anschließen. „Das war ein echtes Highlight“, dankte Sabine Biberger, stellvertretende Bürgermeisterin Kipfenberg dem Archäologen für die außergewöhnliche Exkursion.